Mein Besuch auf der diesjährigen ISM hat einmal mehr bestätigt, warum diese Messe für mich einen besonderen Stellenwert hat. ISM ist nicht nur eine Leistungsschau der internationalen Süßwaren- und Snackindustrie – sie lebt vor allem von der Qualität ihrer Besucher:innen. Wer hier unterwegs ist, kommt mit konkreten Fragen, klaren Vorstellungen und echter Offenheit für neue Ideen.
Gestern habe ich zahlreiche Startups, Partner und Lieferanten getroffen. Viele Gespräche gingen schnell in die Tiefe: Produktqualität, Differenzierung, Skalierung, aber auch ganz pragmatisch – was funktioniert im Regal, was nicht, und warum. ISM ist für mich immer wieder ein Ort, an dem Austausch nicht oberflächlich bleibt, sondern Substanz hat.
Funktionalität wird Mainstream
Inhaltlich stand dieses Jahr vieles im Zeichen von funktionalen Süßwaren und Snacks. Produkte, die mehr können als nur süß sein: mit Proteinen, Ballaststoffen, Adaptogenen oder funktionalen Pflanzenextrakten. Auffällig dabei: Funktionalität wird zunehmend sensorisch elegant verpackt – weniger „Health Claim“, mehr Genuss.
Diese Flavours waren überall
Geschmacklich kristallisierten sich klare Favoriten heraus:
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Crème Brûlée – cremig, nostalgisch, fast schon Comfort Food
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Gewürzgurke – überraschend präsent, polarisierend, aber extrem aufmerksamkeitsstark
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Zitrone mit Pfeffer – frisch, leicht scharf, perfekt für funktionale Konzepte
Diese Kombinationen zeigen, wie experimentierfreudig der Markt geworden ist – und wie sehr Konsument:innen bereit sind, Neues auszuprobieren.
Trendprodukte, die hängen bleiben
Neben klassischen Neuheiten gab es auch einige Produkte, die man nicht so schnell vergisst:
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Gefrorene Weintrauben mit süß-saurer Glasur – Snack, Dessert und TikTok-Moment in einem
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Schokoladenalternativen, die neue Rohstoffe, neue Texturen und neue Narrative nutzen
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„Schälbare“ Süßigkeiten, bei denen der Konsum selbst zum Erlebnis wird
Was all diese Produkte verbindet: Sie spielen mit Textur, Ritual und Überraschung – und zeigen, dass Innovation im Süßwarenbereich längst nicht mehr nur über Geschmack funktioniert.
Mein Fazit
ISM bleibt für mich eine der wichtigsten Messen im Food-Bereich. Nicht wegen der Lautstärke, sondern wegen der Qualität der Begegnungen. Wer verstehen will, wohin sich Süßwaren und Snacks entwickeln – funktional, emotional und sensorisch – bekommt hier jedes Jahr ein sehr klares Bild.
Ich gehe mit vielen Gesprächen, neuen Kontakten und noch mehr Denkanstößen nach Hause. Und mit der Gewissheit: Der Markt ist in Bewegung – und er hat Lust auf Neues.
