BallaBalla Düsseldorf: Wo Tischtennis, Kunst, elektronische Musik und Food Startups eine neue Heimat finden
Düsseldorf hat mit BallaBalla einen neuen kreativen Schmelztiegel eröffnet – und ich hatte das Vergnügen, direkt bei der Eröffnung im „Düwell“ dabei zu sein. Was Alain Bieber, ehemaliger künstlerischer Leiter des NRW-Forums, hier geschaffen hat, ist ein hybrider Kulturspielplatz, der weit über eine klassische Ausstellung hinausgeht. Tischtennis, zeitgenössische Kunst, Design, elektronische Musik und Food-Startup-Vibes verschmelzen zu einem Konzept, das so nur in Düsseldorf funktionieren kann. Fun is back!
Tischtennis: Meine geheime Leidenschaft trifft auf Profi-Equipment
Wer sagt, dass Kunst keinen Spin haben darf? Bei BallaBalla stehen internationale Profi-Turniertische von STIGA, stylische Cybershape-Schläger und hochwertiges Equipment bereit – und ich konnte meiner geheimen Leidenschaft auf einem Niveau nachgehen, das man sonst eher aus dem Leistungssport kennt.
In der Tischtennis-Metropole Düsseldorf – Heimat von Timo Boll – überrascht es nicht, dass dieser Teil des Konzepts besonders ernst genommen wird. Hier wird nicht nur ein bisschen Freizeit-Pingpong angeboten, sondern echte Tischtennis-Action, offen für alle Altersgruppen.
Ob Afterwork-Match, Social-Sport-Session oder Rundlauf – die Platten können flexibel gebucht werden. Während ich selbst gespielt habe, vibrierte der Raum vor Energie: Spielgeschehen, Kunst, Menschen, Musik – alles im Fluss.
Kunst, die Grenzen sprengt – „Richtig geiler Scheiss“
Die kuratierte Debütausstellung trägt den passenden Titel „Richtig geiler Scheiss“. Präsentiert werden Werke, Editionen und Designobjekte von über 20 Künstler:innen, die Alain Bieber über die letzten zehn Jahre begleitet haben. Darunter:
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Kraftwerk, Elektro-Pioniere und Düsseldorfer Ikonen
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Digital Artist Tim Berresheim
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Fotokünstler Erik Kessels
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Schmuckdesignerin Alessa Joosten
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Street Artists wie Osheen Siva und Hoker One
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Der Leipziger Maler Georg Weißbach
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Lokale Positionen wie Rimma Arslanov, Johannes Bendzulla oder Roman Klonek
Was diese Künstler:innen verbindet, ist ihr mutiger, humorvoller und popkultureller Zugang. Laut, verspielt, radikal eigen – ihre Arbeiten remixen Kulturgeschichte, brechen Konventionen und zeigen, wie lebendig Kunst sein kann, wenn sie Haltung und Humor verbindet.
Für mich war es inspirierend, zwischen den Spielen durch die Galerie zu streifen und Kunstwerke zu entdecken, die genauso kantig und energiegeladen sind wie das Spiel selbst.
Elektronische Musik als verbindendes Element
Die Musik im BallaBalla ist kein Hintergrundrauschen, sondern der Soundtrack des gesamten Konzepts. Elektronische Sets, fein kuratiert und perfekt austariert, verbinden Bewegung, Raum und Menschen.
Das Begleitprogramm macht das Ganze noch runder: Rundlauf-Partys mit DJ Eiger Nordwand oder Lucas Croon, Performances, Workshops, Artist Talks. BallaBalla ist nicht nur ein Ort, sondern ein temporäres Festivalgefühl, das täglich von 10 bis 21:30 Uhr lebt.
Food Startups: Innovation zwischen Kunst und Sport
Zwischen Tischtennis-Action und Pop-up-Galerie präsentierten Food Startups ihre Produkte – ein Thema, das mir natürlich besonders nahe liegt. Die Auswahl war experimentell, urban, mutig: Getränke, Snacks, funktionale Produkte, kleine Marken, die neue Geschmackswege gehen.
BallaBalla bietet ihnen eine Plattform, die selten so organisch funktioniert: ein neugieriges Publikum, eine kreative Umgebung und ein Setting, das Austausch fördert.
Ein Labor für visuelle Kultur & soziale Bewegung
Was mich am meisten beeindruckt hat: BallaBalla versteht sich bewusst als offenes Labor. Zwischen Ausstellung, Design-Shop und sozialem Erlebnisraum entsteht ein Ort, an dem:
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Kunst Spaß machen darf
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Bewegung Teil des Kunstkonzepts wird
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Menschen miteinander ins Gespräch kommen
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Schwellenangst keine Rolle spielt
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Experimentierfreude das Prinzip ist
Dieses Zusammenspiel macht BallaBalla wahrscheinlich zu einem der kreativsten Kultur-Pingpong-Mixe weltweit – und zu einem temporären Hotspot, der Düsseldorf für ein paar Wochen richtig auflädt.
BallaBalla ist nur bis Ende Dezember geöffnet. Aber es ist einer dieser Orte, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Alles hier fühlt sich nach Zukunft an: Kunst ohne elitäre Distanz, Sport ohne Leistungsdruck, Musik ohne Szene-Barrieren, Food Startups ohne Messekorsett.
Für mich persönlich war es einer der seltenen Abende, an denen ich erlebt habe, wie Kreativität, Bewegung und Community so ineinandergreifen, dass am Ende etwas entsteht, das größer ist als die Summe seiner Teile.
Ich komme auf jeden Fall wieder – und der Schläger bleibt griffbereit.
